Das Leben nach dem Tod

»Ich versank in einen Zustand, der meine körper-
lichen Sinnesorgane empfindungslos werden liess,
also beinahe in den Zustand eines Sterbenden. Doch
mein inneres Leben und Denken blieben unversehrt,
so dass ich wahrnehmen und im Gedächtnis
behalten konnte, was genau geschieht, wenn man
von den Toten auferweckt wird.« Dieser ungewöhn-
liche Erfahrungsbericht steht in »Himmel und Hölle«.
Es ist das bekannteste Buch von Emanuel
Swedenborg, des »Fürsten unter den Jenseits-
kundigen«.

Der Tod ist nicht das Ende, sondern die Geburt ins
Leben. Alle Engel waren einst Menschen, die schon
vor ihrem Tod Liebe gepaart mit Weisheit gelebt
und so den Himmel in sich entwickelt hatten. Denn
jeder kann nach seinem Tod nur in den Himmel
kommen, den er in sich trägt. Himmel und Hölle
sind Zustände im Menschen, die nach dem Tod zu
geistigen Landschaften werden. Jede Nacht
geschieht etwas Vergleichbares in unseren Träumen.
Nur sind die jenseitigen Lichtwelten bei weitem
klarer und realer als die Traumwelten der Nacht.

Die wenigsten Menschen sterben allerdings als
ausgereifte Engel oder Teufel. Daher werden sie
im Jenseits so geführt, dass sie ihr inneres Wesen
nach außen kehren und so ihr ewiges Gesicht selbst
gestalten dürfen. Die Ausbildung des himmlischen
Gesichtes oder der höllischen Fratze ist das
eigentliche Totengericht. Kein fremder Gott wird
dich richten, denn du trägst den Richter in deiner
eigenen Brust. Jeder kann ein Engel werden,
niemand muss ein Engel werden. Jenseits des Grabes
fallen alle Masken und jeder Mensch wird wesentlich
er selbst.

»Die Sterbeforschung kann heute nachweisen, dass
das Jenseits Realität ist«, schreibt Bernard Jakoby.
Und weiter: Swedenborgs »Darstellungen über das
Leben nach dem Tod stimmen in Vielem verblüffend
mit dem überein, was wir aus den Nahtoderfahrungen
wissen.«
   
Gräberfeld auf dem Nikolaifriedhof
in Görlitz
Hieronymus Bosch »Das
Paradies«. Die Darstellung
erinnert an Todesnäheerlebnisse