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Gründerjahre im 19. Jahrhundert
Bahnbrechend wurde der Tübinger Universitätsbib-
liothekar und Professor der Philosophie Johann
Friedrich Immanuel Tafel (1796-1863). Seine
Übersetzungen der Werke Swedenborgs sind
teilweise bis heute im Gebrauch. Die von der
Nationalversammlung in der Paulskirche 1848
erwirkte Religionsfreiheit nutze er, um eine
Zusammenkunft von Anhängern Swedenborgs
zum 1. Oktober 1848 nach Cannstatt einzuberufen.
Damit war erstmals eine deutsche Gemeinde der
Neuen Kirche gegründet.
Nach Tafels Tod trat Johann Gottlieb Mittnacht
(1831-1892) als treibende Kraft hervor. Mit Rudolph
Leonhard Tafel (1831-1883) entwarf er 1874 die
Statuten für die »Deutsche Neukirchliche
Gesellschaft«, die 1875 in Stuttgart rechtskräftig
wurden. 1891 wurde diese Gesellschaft in den
deutschen Swedenborgverein umgewandelt und
nach dem Zweiten Weltkrieg in die deutsche
Swedenborggesellschaft.
Die Situation heute
Im 20. Jahrhundert geriet die Neue Kirche in eine
Krise. Die Gemeinden starben entweder aus oder
fanden die Kraft zu einer Erneuerung. In
Deutschland gibt es seit 1900 die »Neue Kirche in
Deutschland« mit Sitz in Berlin (Swedenborg
Zentrum Berlin) und seit 1998 die »Gemeinde der
Neuen Kirche nach Emanuel Swedenborg« mit Sitz
in Moos am Bodensee.

1874 wurde in St. Gallen der »Schweizerische Verein
der Neuen Kirche« gegründet. Seit 1928 nannte er
sich »Schweizerischer Bund der Neuen Kirche« und
heute ist das die »Neue Kirche der deutschen
Schweiz« mit Sitz in Zürich. Sie ist die Trägerin der
Stiftung Swedenborg-Verlag und betreibt das
Swedenborg Zentrum Zürich. Sie organisiert
Tagungen und Seminare und gibt seit 1957 die
Zeitschrift »Offene Tore« heraus.
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