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Alt 17.01.2010, 06:23
thnoack thnoack ist offline
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Beiträge: 41
Standard Aufruf zur Nutzung von Esperanto in der Neuen Kirche

Ni parolu Esperanton!
Aufruf zur Nutzung von Esperanto in der Neuen Kirche


1. Der Aufruf
Ideen brauchen Sprache. Drücken wir unsere Ideen auch in der internationalen Sprache Esperanto aus! Nutzen wir Esperanto für die internationale Kommunikation unter den über die ganze Welt verstreuten Swedenborgianern! Werden wir eins mit Hilfe von Esperanto!
Unterstützen Sie die folgenden Schritte und Ziele!
1.) Wir unterstützen durch unser persönliches Beispiel, Aufrufe, Kurse und weitere Maßnahmen das Lernen von Esperanto innerhalb unserer Gemeinschaften.
2.) Wir unterstützen die Übersetzung der Werke Swedenborgs und neukirchlicher Literatur in Esperanto.
3.) Wir unterstützen den Gebrauch von Esperanto auf internationalen Treffen von Swedenborgianern.
4.) Wir unterstützen die Nutzung des Internets für die weltweite Kommunikation unter Swedenborgianern in Esperanto.
5.) Bitte unterstützen Sie diese Ziele als Einzelperson oder in der Esperanta Svedenborg-Societo (Esperanto Swedenborg-Gesellschaft).

2. Ein Glaube, eine Sprache: Eins werden durch Esperanto
Eine internationale Sprache für eine internationale Kirche!
Sprachen im geistigen Sinn sind Lehren, das sagt Swedenborg in seiner Auslegung des Turmbaus zu Babel. In diesem Sinne sprechen Swedenborgianer weltweit bereits eine Sprache. Geblieben sind aber die äußeren Sprachbarrieren. Esperanto böte neben dem de facto genutzen Englisch eine zusätzliche Möglichkeit, diese weltweite Gemeinschaft sichtbar und erlebbar zu machen.
Die Neue Kirche ist an sich weltweit verbreitet. Auf allen Kontinenten gibt es größere oder kleinere Gruppen. Gemeinsam sind wir stärker als in der Vereinzelung. Esperanto regt das Zusammenwachsen der regionalen Gruppen zu einer weltweiten Bewegung an, einer Bewegung, die geistig und natürlich mit einer Sprache spricht.
Das Internet bietet die Möglichkeit der freien Kommunikation rund um den Globus. Die technischen Voraussetzungen sind gegeben, geblieben ist das Sprachengewirr. Esperanto ist eine bewährte Antwort auf dieses Problem.

3. Swedenborg in die Esperanto-Sprachgemeinschaft einbringen
Durch die Übersetzung der Werke Swedenborgs in Esperanto wird seine Stimme auch in dieser Sprachgemeinschaft hörbar, die tolerant ist, Visionen und Ideale hat. Es gibt nur Schätzungen über die Anzahl der Menschen, die Esperanto sprechen. Manche geben etwa eine Million an, manche bis zu fünf Millionen. Esperanto ist auf jedem Fall eine lebendige Sprache. Es gibt zahlreiche Übersetzungen und ursprünglich auf Esperanto verfasste Werke. 1993 wurde das Esperanto-PEN-Zentrum als Sektion in den Internationalen P.E.N. aufgenommen.
Ein Werk Swedenborgs liegt offenbar bereits in einer Esperanto-Übersetzung vor. Unter der Hyde-Nr. 1932/3 wird »La dogmaro pri la vivo por la Nova Jerusalemo« (Die Lebenslehre für das Neue Jerusalem) verzeichnet. Im Katalog der Esperanto-Bibliothek Aalen ist ein (kurzer) Auszug aus »Pri la chielo kaj la infero« (Himmel und Hölle) zu finden. Außerdem ein Text mit dem Titel »La novkristanaj interparoloj kaj prelegoj« (Die neuchristlichen Gespräche und Vorlesungen), bei dem ebenfalls Swedenborg als Autor angegeben wird. Das sind zaghafte Anfänge.

4. Warum Esperanto als internationale Sprache?
Warum schlagen wir Esperanto für die internationale Kommunikation vor?
Die alte Universalsprache Latein wird wohl niemand mehr vorschlagen wollen, obgleich Swedenborg sie zu seiner Zeit noch als solche gewählt hatte. Wirklichkeitsnäher ist die Auseinandersetzung mit Englisch, der de facto genutzen Sprache für eine möglichst weltumspannende Kommunikation.
Es geht uns nicht darum, Englisch durch Esperanto zu ersetzen; und selbstverständlich geht es uns auch nicht darum die Muttersprache durch Esperanto zu ersetzen. Englisch hat speziell unter Swedenborgianern auch dadurch einen hohen Stellenwert, dass bedeutsame Gemeinschaften und Organsitationen im englischsprachigen Raum angesiedelt sind und wichtige Literatur in dieser Sprache erscheint. Es geht uns vielmehr darum, Esperanto als ein zusätzliches und leistungsstarkes Mittel für die internationale Kommunikation einzubringen und zu etablieren. Denn Esperanto kann mit einigen besonderen Vorzügen aufwarten. Wir verlieren nichts durch die Nutzung von Esperanto, wohl aber eröffnen wir uns dadurch zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten und Felder für unsere Wirksamkeit.
Vorzüge von Esperanto sehen wir auf drei Gebieten. Sie sind erstens praktischer Natur, zweitens sozialer Natur; und dann gibt es noch den ideellen Gesichtspunkt.

4.1. Der praktische Vorteil
Esperanto ist in einem Bruchteil der Zeit erlernbar, die man für eine ethnische Sprache benötigt. Esperanto lernt man vier bis zehn Mal schneller; der genaue Faktor ist von der Fremdsprache abhängig, mit der man Esperanto vergleicht, und natürlich von den sprachlichen Vorkenntnissen. Die Grammatik ist genial einfach, sie kommt mit sechzehn Regeln aus. Ausnahmen gibt es nicht. Alles wird so ausgesprochen wie es geschrieben wird. Die Wörter entstammen zu größten Teil dem Latein oder romanischen Sprachen, aber auch den germanischen Sprachen, vor allem dem Deutschen und dem Englischen; dazu gibt es eine Reihe von Wörtern aus den slawischen Sprachen, besonders dem Polnischen und dem Russischen, und aus der griechischen Sprache. Der Lernende erkennt auf Schritt und Tritt bekannte Stämme. Für viele Menschen war Esperanto die erste Fremdsprache, die sie freiwillig lernten.

4.2. Der soziale Vorteil
Bei der Nutzung von Englisch bleiben Nicht-Muttersprachler immer in einer unterlegenen Position, weil sie als Fremdsprachler mit dem Muttersprachler nicht gleichziehen können. Die Nutzung von Esperanto versetzt die Sprecher und Sprecherinnen hingegen in eine völlig andere Situation. Da Esperanto (fast) niemandes Muttersprache ist, begegnen sich hier nur Menschen, die diese internationale Sprache als Zweitsprache nutzen. Esperanto ermöglicht daher die Kommunikation auf Augenhöhe, eine Kommunikation ohne das sonst übliche Kompetenzgefälle.

4.3. Der ideelle Gesichtspunkt
Es gibt gewisse Gemeinsamkeiten zwischen der Neuen Kirche und Esperanto. In beiden Fällen handelt es sich um Bewegungen, die von einer großartigen Vision getragen sind und gleichwohl den großen Durchbruch noch immer erhoffen. In beiden Bewegungen lebt der Geist der Völkerverständigung, der Toleranz und Ökumene. Der Swedenborgianer Charles Bonney initiierte 1893 das Weltparlament der Religionen. Der Augenarzt Lazarus Ludwig Zamenhof veröffentlichte 1887 die Welthilfssprache Esperanto. Beiden Bewegungen geht es um die Verständigung trotz aller Unterschiede in den Gedanken und Muttersprachen.
L. L. Zamenhof schrieb 1912: »Die innere Idee von Esperanto ist: auf neutralem sprachlichem Fundament die Mauern zwischen Völkern zu beseitigen und die Menschen daran zu gewöhnen, dass jeder von ihnen in seinem Nächsten nur einen Menschen und Bruder sehe.«
Helfen wir in dieser Situation einander! Helfe dem vermeintlich schwächeren Bruder, und du wirst selbst Hilfe erfahren, auch wenn das nie die Absicht deines Tuns sein soll!

5. Religionsgemeinschaften in der Esperanto-Sprachgemeinschaft
Die Neue Kirche wäre keineswegs die erste Glaubensgemeinschaft, die Esperanto nutzt. Werfen wir abschließend einen Blick auf große und kleine Gemeischaften mit einer mehr oder weniger langen Esperanto-Tradition:
Die katholische Kirche bedient sich dieser Sprache seit langem. Seit 1910 existiert die »Internacia Katolika Unuigho Esperantista« (Internationale Katholische Esperanto-Vereinigung). Seit 1903 erscheint die Zeitschrift »Esperanto Katolika« (Katholische Hoff-nung). Radio Vatikan sendet seit 1977 in Esperanto. Im November 1990 approbierte der Vatikan die Texte für die Feier der Heiligen Messe in Esperanto. Von 1994 bis 2004 sprach Papst Johannes Paul II. seine Oster- und Weihnachtsgrüße auch auf Esperanto. Seit Ostern 2006 setzt Papst Benedikt XVI. diese Tradition fort.
Auch von Rom getrennten Kirchen sind in der Esperanto-Bewegung aktiv. Seit 1911 exi-stiert unter dem Namen »Kristana Esperanto Ligo Internacia« (Internationale christliche Esperanto-Liga) ein Zusammenschluss von Christen aus vorwiegend reformatorischen Kir-chen und Gruppen. Das zweimonatlich erscheinende Organ dieser Vereinigung ist die be-reits 1908 gegründete Zeitschrift »Dia Regno« (Gottes Reich). Seit 1985 besteht die »Tutmonda Ekumena Ligo« (Weltliga der Ökumene). Eine kleine Gruppierung orthodoxer Chri-sten vor allem aus Bulgarien gründete Mitte der 1990er Jahre die »Tutmonda Ortodoksa Ligo Esperantista« (Weltliga orthodoxer Esperantisten).
Das Neue Testament in Esperanto erschien 1912. Ein englisches Komitee unter der Lei-tung von Pfr. John Cyprian Rust hatte 1909 mit der Übersetzungsarbeit begonnen. Die gesamte Bibel (ohne die deuterokanonischen Bücher) wurde 1926 in London von der Bri-tisch and Foreign Bible Society herausgeben. Das Alte Testament hatte Zamenhof selbst aus dem Hebräischen übersetzt. Doch obgleich er diese Arbeit bereits 1915 abgeschlossen hatte, konnte das Manuskript erst nach dem 1. Weltkrieg nach England gelangen, wo sich von 1919 bis 1926 ein Bibelkomitee mit der Durchsicht, Korrektur und sprachlichen An-gleichung an das Neue Testament beschäftigte. Bibelleser können mit der Esperanto-Bibel gleichsam nebenbei Esperanto lernen.
Auch Anhänger nichtchristlicher Religionen befinden sich unter den Esperantisten. Zu nennen sind vor allem die Bahá’i- und die japanische Omotokyo-Religion. Außerdem gibt es eine Buddhistische Liga der Esperantisten und seit den 1990er Jahren einen Esperanto-Weltbund des Islam.

6. Ihr Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner für alle weiteren Informationen ist Pfr. Thomas Noack vom Swedenborg Zentrum Zürich (Apollostrasse 2, CH-8032 Zürich, swedenborg@web.de).
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